Der Index für Inklusion

Die bundesweite Verbreitung des deutschsprachigen Index für Inklusion für Schulen scheint eine Bestätigung dafür zu sein, dass es sich um ein als hilfreich eingeschätztes Material handelt. Seine Anliegen sind sowohl in der englischen Originalausgabe wie auch in seiner deutschen Adaption folgende:

 

  • Den Schulen Angebote zur gemeinsamen Reflexion der momentanen Situation zu machen,
  • zur gemeinsamen Planung nächster Schritte in eine Richtung zu ermutigen, die es der Schule erleichtert,
     
  • einem Selbstverständnis und der Praxis einer ‚Schule für alle’ näher zu kommen.

 

So kann sie bessere Möglichkeiten finden, der Vielfalt von Bedarfen von SchülerInnen wie allen weiteren Gruppen zu entsprechen, die mit und in einer Schule zu tun haben. Dafür bietet der Index – neben einem Phasenmodell mit zeitlicher Strukturierung – ein großes Menü von inhaltlichen Impulsen an, das zunehmend differenziert in drei Dimensionen, unterteilt in sechs Bereiche, aufgegliedert in 44 Indikatoren und schließlich ausgebreitet in 560 Fragen auf etwa 50 Seiten sowohl zur momentanen Praxis als auch zu möglichen nächsten Schritten Anregungen bieten soll.

Die ursprüngliche Version für Schulen wurde von den englischen Autoren um eine für Kindertageseinrichtungen ergänzt, die ebenfalls auf Deutsch vorliegt. Eine weitere deutsche Index Version für eine inklusive kommunale Entwicklung wurde von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft fertig gestellt. Es gibt aber auch weitere, vor allem auf die Schule bezogene, Versionen in vielen Sprachen.

Der Index für Inklusion in der deutschen Schulfassung ist hier als PDF-Datei erhältlich - er wird nicht mehr als gedruckte Broschüre vertrieben.

 

2011 hat Tony Booth eine gründlich überarbeitete dritte Version des englischen Index herausgebracht. Er kann hier bestellt werden. Ein wichtiges Feld bei der Erarbeitung des neuen englischen Index war das County Norfolk, in dem viele Schulen mit dem Entwurf des neuen Index gearbeitet haben. Erfahrungen dazu finden sich hier.

 

Den Index gibt es ebenso seit 2006 als übersetzte Ausgabe für Kindertageseinrichtungen - 2015 in überarbeiteter Ausgabe. Er kann über den Buchhandel oder über die GEW hier bestellt werden.

 

           

 

Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft hat 2011 eine weitere Version des Index herausgegeben: „Inklusion vor Ort. Ein kommunaler Index für Inklusion – ein Praxishandbuch“ ist beim Deutschen Verein für private und öffentliche Fürsorge erschienen und kann hier, inzwischen in zweiter Auflage 2013, bestellt werden. Im Rahmen der Vorarbeiten für den kommunalen Index wurde 2010 das Arbeitsbuch ‚Kommunaler Index für Inklusion‘ entwickelt, das hier herunterzuladen ist.

 

 

Von 2011 bis 2014 war eine Gruppe mit vielfältigen Erfahrungen in der Arbeit mit dem Index und seinen verschiedenen Versionen dabei, einen neuen deutschsprachigen "Index für Inklusion in der Bildung" zu entwickeln; weitere Informationen finden sich hier.

 

Index für Inklusion: Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln

 

 

  • Er ermöglicht den Einbezug von Wissen und Sichtweisen aller Beteiligten in den Prozess.
  • Er hilft bei der Verbesserung der Schule sowohl für die MitarbeiterInnen und Eltern, als auch für die SchülerInnen.
  • Er hilft bei der Erstellung eines Plans, so dass auch langfristige Veränderungen nachhaltig werden können.
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    Er stellt inklusive Wertorientierungen ins Zentrum des Entwicklungsprozesses.
  • Er unterstützt eine eingehende Selbstevaluation aller Aspekte der Schule.
  • Er hilft dabei, ein bereits vorhandenes Schulprogramm zu verbessern.
  • Er hilft dabei, aus all dem, was schon an der Schule passiert, das Beste zu machen.
  • Er berücksichtigt, dass es bei der Planung darum geht, tief verwurzelte Überzeugungen über Bildung in die Tat umzusetzen.
  • Er hilft dabei, Planungen in die Praxis umzusetzen und sie, wenn notwendig, zu modifizieren.
  • Er hilft sicherzustellen, dass Schulprogramme zu wirklichen Veränderungen führen und nicht nur für die Außendarstellung auf dem Papier existieren.
  • Er hilft dabei, die eigene Sicht der Dinge zu stärken anstatt das zu tun, was andere vorschreiben wollen.
  • Er liefert klare Grundprinzipien für die Schulentwicklung, die auch mit dem Schulträger und der Schulverwaltung kommuniziert werden können.

Inklusion zielt darauf, die Partizipation aller Kinder und Jugendlichen am Lernen und Spielen sowie aller Erwachsenen an ihrer Arbeit zu steigern. Es geht darum, Bedingungen dafür zu schaffen, dass Herkunft, Interessen, Erfahrungen, Fähigkeiten und das Wissen aller Kinder und Jugendlichen wahrgenommen und berücksichtigt werden und so zur Geltung kommen.